Such, Maschine!

Suchmaschinenoptimierung


Internet-Suchmaschinen bringen Suchende von Webinhalten und Anbieter von Websites einfach und schnell zu einander. Dem Nutzer sollen also vorzugsweise jene Websites präsentiert werden, die seiner Anfrage möglichst genau entsprechen.
Hierzu wird das World Wide Web von Computerprogrammen der Suchmaschinenbetreiber – sogenannten Webcrawlern – mechanisch durchsucht, wobei die aufgefundenen Websites analysiert, in Schlagworte gegliedert (indexiert) und nach eigenen Regeln (Algorithmen) qualitativ eingestuft werden (ranked).
Als größte Auskunftei hält Google in diesem Geschäft einen Marktanteil von weltweit über 71% 1* und deutschlandweit 94,84% 2*, in großem Abstand gefolgt von Yahoo, Baido und Bing.
Ein vorderer Platz beim Ranking ist für ein Unternehmen von entscheidenem wirtschaftlichen Vorteil: »Platz 6 im Google-Ranking zu einem Suchwort klickt nicht mal mehr jeder zwanzigste Interessent an, Platz eins aber fast jeder zweite«, erklärt Mario Fischer, Professor für Wirtschaftsinformatik und Online-Marketing in Würzburg 3*.
Mehr Klicks bedeuten neue Kunden und neue Kunden bedeuten höhere Umsätze. Ein verstärktes Anliegen gilt daher der Suchmaschinenoptimierung, kurz SEO (Search Engine Optimization).

Veröffentlichte Anleitungen der Suchmaschinenbetreiber mit präzisen Kriterien für die Optimierung existieren nicht. Branchenkenner schätzen, dass es ca. 200 Merkmale gibt, die sich auf der geheimen Checkliste der Suchmaschinen befinden, deren Anzahl, Funktionen und Gewichtung etwa von Google immer wieder verändert werden. So konnten sich professionelle Suchmaschinenoptimierer etablieren, deren Erfahrungen in einer Branche geschätzt werden, in der jedoch »keiner weiß, wie es genau geht« (Andre Alpar, Geschäftsführer der SEO-Agentur AKM3) 4*.

Auf der Willkommensseite zur Google Einführung in Suchmaschinenoptimierung ist zu lesen: »Obwohl diese Einführung euch keine Geheimnisse verraten wird, die eure Websites automatisch auf die vorderste Seite der Suchergebnisse bei Google bringen – sorry! – , sollten die folgenden Best Practices es für Suchmaschinen einfacher machen, euren Content zu crawlen und zu indexieren …« 5*.

Wenn demnach auch keine Offenlegung der Suchmaschinen-Algorithmen zu erwarten ist, gehören zu den offenkundigen und durch praktische Erfahrungen gesicherten Methoden, auf das Ranking Einfluss zu nehmen, folgende Faktoren:
Technik: Das Einhalten Webstandards und das Vermeiden von programmiertechnischen Fehlern. Siehe hierzu: Google – Einführung in Suchmaschinenoptimierung
Backlinks: Fremde Websites, die auf die eigene verweisen und auf ein erhöhtes Interesse einer größeren Öffentlichkeit schließen lassen.
Content: Websites, die interessante, formal gut aufbereitete und herausragende Inhalte anbieten (Relevanz und Prägnanz). Diese werden von Interessierten eines Themenkomplexes natürlich häufiger weiterempfohlen (siehe Backlinks) und damit auch von Google aufgewertet.
Social-Media: Die Präsenz und virale Verbreitung einer Webseite in sozialen Netzwerken. Das erfordert jedoch Content (s.o.) sowie Zeitaufwand und Kontinuität.
Design: Reaktionsfähiges Webdesign, das sich unterschiedlichen Endgeräteformaten wie Smartphones oder Tablets anpasst. Dieses sog. Responsive Design wird von Google mit besseren Listenplätzen belohnt, wie auch zunehmend die emotional beurteilte Gestaltungsqualität, die als methodisch-messbares Nutzererlebnis (User Experience) beschrieben wird 6*.
Google-Produkte: z.B. Einbindung von Google Maps oder Schaltung von Anzeigen (diese werden als Werbung ausgewiesen). Solche Maßnahmen werden für das Ranking nicht von Nachteil sein, sind jedoch nicht unbedingt Voraussetzung für eine gute Positionierung.

Ein bemerkenswerter Hinweis von Google selbst zu diesem Thema lautet: »Bei Suchmaschinen- optimierung geht es darum, die Website von der besten Seite zu präsentieren, was die Sichtbarkeit in Suchmaschinen anbelangt, aber euer übergeordnetes Ziel ist es, Nutzer für eure Website zu gewinnen und nicht Suchmaschinen.« 5*.

Ganz in diesem Sinne empfehlen wir, sich mit Empathie in die möglichen Anforderungen der jeweiligen Zielgruppe hineinzuversetzen, deren Interessen, Fragestellungen und Nutzerverhalten aufzunehmen und in Struktur und Content der Website einfließen zu lassen.

Einige Wochen Geduld bedarf es übrigens auch noch, bis die Webcrawler die eigene Website wieder einmal besucht und bemerkt haben, wie optimiert die Seite inzwischen ist.

Quellen:
1* lunapark, 2014
2* statistika, 2015  
3* Spiegel Online, 2010
4* Berliner Zeitung, 2014
5* Google – Einführung in SEO
6* Handelsblatt, 2008